Syria Media Roundup – 29. Oktober bis 4. November 2018

In diesem Medien Roundup sammeln wir wöchentlich lokale Nachrichten aus Syrien, welche vorwiegend in arabischen und kurdischen Medien publiziert werden. Unser Ziel ist es, diese Nachrichten einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Die Quellen stammen aus Nachrichtenkanälen, die wir als vertrauenswürdig einstufen, eine absolute Verlässlichkeit können wir nicht garantieren. Der Fokus des Inhalts sind Gebiete, in welchen vorwiegend ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten leben, wie beispielsweise ʿAfrin, Al-Qamischli und As-Suwayda.

Zusammenstöße an der türkisch-syrischen Grenze

Am 31. Oktober 2018 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der türkischen Armee und Kräften der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Die türkische Armee bombardierte Stellungen der SDF in zwei Dörfern in der Nähe von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî). Aufgrund der türkischen Attacke kündigten die SDF an, die Militäroperationen gegen den IS zwischenzeitlich auszusetzen (Rudaw, SMART News). Am 1. November 2018 führten türkische und amerikanische Truppen gemeinsame Patrouillen in der Nähe der Stadt Manbidsch durch, einem Gebiet unter Kontrolle der PYD. Die SDF kritisierten das Vorgehen und forderte die daran Beteiligten auf, die gemeinsamen Patrouillen in Gebieten durchzuführen, die unter Kontrolle der Freien Syrischen Armee stehen (SMART News). Ebenfalls am 1. November nahm die türkische Armee zwei Stellungen der SDF in Manbidsch ein (ARK News). Am 2. November führten Kräfte der SDF, in Zusammenarbeit mit der Internationalen Koalition, Patrouillen an der Syrisch-Türkischen Grenze in der Stadt Tall Abyad, Provinz Raqqa, durch. Nach Quellen von SMART News besteht nach den Auseinandersetzungen der vorangegangenen Tage das Ziel darin, die angespannte Lage wieder zu beruhigen (SMART News). Am 4. November verstärkten die SDF und die Internationale Koalition ihre militärische Präsenz an der türkischen Grenze. Der Sprecher der SDF, Kino Gabriel, bestätigte, dass es Sonderpatrouillen rund um die Städte ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), Tall Abyad, Raqqa, Qamischli, Al‑Malikiya (Dêrik), sowie ad-Darbasiya und Raʾs al ʿAin (Serê Kaniyê) geben wird (SMART News).

Ebenfalls am 1. November 2018 verhafteten Kräfte der SDF vier junge Männer in Mazra’at al-Rashid, westlich von Raqqa, da diese die Wehrpflicht verweigert hatten (SMART News). 

Am 4. November fand die Beerdigung von Sheikh Bashir al-Huwaidi statt. Teilnehmer*innen an der Beerdigung hinderten Mitglieder der Selbstverwaltung daran, sich dem Trauerzug anzuschließen. Sheikh Bashir Al-Huwaidi, einer der Stammesführer in Raqqa, war auf offener Straße erschossen worden. Die Verantwortung hatte der IS übernommen (SMART News).

Menschenrechtsverletzungen in ʿAfrin

Rudaw berichtetet in einem Artikel vom 30. Oktober über Menschenrechtsverletzungen von bewaffneten Gruppen in ʿAfrin. Diesem zufolge war am 13. Oktober 2018 eine Frau von Anhängern der Levante Front entführt worden. Bislang wurde keine Lösegeldforderung gestellt, der Verbleib der Entführten ist bislang unklar. Am 25. Oktober wurden vier Bewohner*innen des Dorfes Alki im Unterbezirk Schara von ʿAfrin von der Sultan Murad Division entführt. Außerdem wurde bekannt, dass die Ahrar al-Sharqiya Fraktion eine hohe Summe für die Freilassung einer Person verlangt, die vor zwei Monaten entführt wurde. Der Artikel von Rudaw berichtet weiterhin über gewalttätige Auseinandersetzungen verschiedener Fraktionen über die Verteilung der beschlagnahmten Olivenernte (Rudaw).

Am 31. Oktober wurde berichtet, dass der Anführer der Sultan Suleyman-Shah Brigade, Abu Amsha, von Olivenbauern in der Gegend Shiya fünfunddreißig Prozent Steuern verlangt. Mitglieder der Sultan Suleyman-Shah Brigade überfielen zudem das Haus eines Ehepaars und brannten es im Anschluss nieder(Rudaw). Am 31. Oktober wurde ein Zivilist aus Shiya in ʿAfrin durch die Sultan Murad Division entführt und gefoltert. Das Lösegeld für seine Freilassung beträgt zehntausend US Dollar (ARK News). Am 1. November entführten Bewaffnete der Ahrar al-Sharqiya Fraktion zwei Bauern von ihren Feldern. Ihr Verbleib ist unklar (Rudaw). Am 3. November 2018 beschlagnahmten Bewaffnete der Samarkand Brigade die Olivenpresse einer Privatperson aus dem Dorf Rutan. Darauffolgend erklärten sie das Dorf zur Militärzone und hinderten die Bewohner*innen an der Rückkehr in ihre Häuser. Bewohner*innen umliegender Dörfer wurden gezwungen, ihre Olivenernte zur beschlagnahmten Olivenpresse in Rutan zu bringen (Rudaw).

Entführte Zivilist*innen in As-Suwayda

Berichten zufolge wurden im Oktober 2018 neunzehn Zivilist*innen in As-Suwayda entführt. Unter den Entführten waren sowohl zwei Kinder als auch ein siebzigjähriger Mann, der getötet wurde. In einigen Fälle wurden die Entführten nach Lösegeldzahlungen freigelassen, in den meisten Fällen ist der Verbleib unklar (Suwayda24).