Syria Media Roundup – 12. bis 18. November 2018

In diesem Medien Roundup sammeln wir wöchentlich lokale Nachrichten aus Syrien, welche vorwiegend in arabischen und kurdischen Medien publiziert werden. Unser Ziel ist es, diese Nachrichten einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Die Quellen stammen aus Nachrichtenkanälen, die wir als vertrauenswürdig einstufen, eine absolute Verlässlichkeit können wir nicht garantieren. Der Fokus des Inhalts sind Gebiete, in welchen vorwiegend ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten leben, wie beispielsweise ʿAfrin, Al-Qamischli und As-Suwayda.

Spannungen an der Türkisch-Syrischen Grenze

Nach Berichten über steigende Spannungen an der türkisch-syrischen Grenze in den vergangenen zwei Wochen (SMR – 5. bis 11. November 2018 und SMR – 29. Oktober bis 4. November 2018) deuten die Nachrichten der letzten Woche auf eine weitere militärische Mobilisierung hin. Einem Bericht vom 17. November 2018 zufolge kündigte die bewaffnete Fraktion Hamza Division an, sich auf eine mögliche militärische Operation gegen Truppen der PYD vorzubereiten (ARK News). Wie inoffizielle Quellen des Syrischen Demokratischen Rates der PYD berichten, riefen Delegierte aus den USA, Frankreich und dem Vereinigten Königreich die Selbstverwaltung der PYD auf, ihre Zusammenarbeit mit der PKK im Gebiet östlich des Euphrats einzustellen (13. November 2018, Rudaw).

Weitere Nachrichten berichteten über die Freilassung von Abdul Rahman Abo aus einem Gefängnis in al-Qamischli am 14. November 2018. Abo ist ein Mitglied der PDK-S und wurde sechzehn Monate vom Sicherheitsdienst der PYD, dem Asayiş, gefangen gehalten. Bis zu seiner Freilassung war sein Schicksal unbekannt. Abdul Rahman Abo erklärte, dass er während seiner Haft für vierzig Tage dem Geheimdienst des syrischen Regimes in Aleppo übergeben worden sei (ARK News, Rudaw, SMART News).

Am 15. November 2018 beschlagnahmten Kräfte des Asayiş am Euphrat in ar-Raqqa drei Autos, welche mit jeweils fünf Barrel Dieselkraftstoff beladen waren (SMART News).

Am 18. November 2018 schossen Truppen des Asayiş der PYD an eine Schulmauer in Abu Hamam südöstlich von Dair ez-Zaur, was zu Panik unter den Schüler*innen führte. Vor dem Vorfall hatten sich Lehrer*innen der Schule über Belästigungen durch Mitglieder des Sicherheitsdienstes beschwert (SMART News).

Entführungen in ʿAfrin

Am 12. November 2018 entführten unbekannte bewaffnete Männer einen siebzehnjährigen Jungen vor einer Schule in ʿAfrin. Das Schicksal des Jungen ist unbekannt (Rudaw). Eine von Abu al-Laith angeführte Unterabteilung der Sultan Murad Division verhaftete und folterte den Aktivisten und Fotografen Bilal Suriol zwei, bzw. je nach Quelle drei Tage lang. Suriol, der von al-Ghouta nach ʿAfrin deportiert worden war, machte außerhalb ʿAfrins Fotos, als er festgenommen wurde (SMART News, ARK News, The Syrian Observer). Einem weiteren Bericht der vergangenen Woche zufolge entführten bewaffnete Mitglieder einer Fraktion am 3. November 2018 ein siebzehnjähriges Mädchen im Stadtteil Al-Mahmudia in ʿAfrin. Ihr Schicksal ist bislang unbekannt (Rudaw).

Assad ruft Drusen zum Militärdienst auf

Einem Bericht vom 14. November 2018 zufolge wurden zwischen dem 22. Oktober und dem 9. November 2018 sechs Personen aus Darʿā in As-Suwayda entführt. Ihre Familien wurden aufgefordert, für ihre Freilassung Lösegeld zu zahlen (SMART News).

Am 15. November, wenige Tage nach der Freilassung der entführten Frauen und Kinder durch den IS, wendete sich Bashar al-Assad an die Druzen Syriens. Laut al-Assad sei die syrische Armee für die Freilassung der Entführten verantwortlich, die Druzen sollen sich deshalb der Armee gegenüber erkenntlich zeigen und ihren Militärdienst ableisten. Viele Druzen hatten bislang den Wehrdienst verweigert und sich stattdessen lokalen Milizen angeschlossen (The Syrian Observer). Aufgrund der Entführung der Frauen und Kinder durch den IS war es in den vergangenen Monaten in as-Suwayda zu massiven Protesten gegen das syrische Regime gekommen (SMR – 1. bis 7. Oktober, 2018).