Syria Media Roundup – 15. bis 21. April 2019

In diesem Medien Roundup sammeln wir wöchentlich lokale Nachrichten aus Syrien, welche vorwiegend in arabischen und kurdischen Medien publiziert werden. Unser Ziel ist es, diese Nachrichten einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Die Quellen stammen aus Nachrichtenkanälen, die wir als vertrauenswürdig einstufen, eine absolute Verlässlichkeit können wir nicht garantieren. Der Fokus des Inhalts sind Gebiete, in welchen vorwiegend ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten leben, wie beispielsweise ʿAfrin, Al-Qamischli und As-Suwayda.

Verhaftungen durch die SDF

Am 16. April 2019 verhafteten die Syrischen Demokratischen Kräfte der PYD vier junge Männer am sogenannten Dam-Checkpoint nördlich von Ar-Raqqa. Die Männer wurden zwangsrekrutiert (SMART News). Am 18. April verhafteten und zwangsrekrutierten die SDF vierzehn weitere jungen Männer in zwei Dörfern östlich von ‚Ain ‚Isa (SMART News). Acht junge Männer wurden in Al-Tabqa in der Provinz Ar-Raqqa zwangsweise zum Militärdienst eingezogen (SMART News, April 19, 2019).

Die Reintegration von ehemaligen IS-Mitgliedern in die Gesellschaft sorgt für Unmut unter den Bewohner*innen von ‚Ain ‚Isa. Dort werden ehemalige IS-Mitglieder seit kurzem als Verkehrspolizisten eingesetzt. Nun wurden Beschwerden durch die Bewohner*innen laut, denen zufolge die ehemaligen IS-Angehörigen die Bevölkerung belästigen und unrechtmäßig Gebühren und Strafen erheben (The Syrian Observatory for Human Rights, April 17, 2019, ARK News).

As-Suwayda

In der Nacht des 14. April 2019 eröffneten in As-Suwayda bewaffnete Mitglieder der Familie Mezher das Feuer auf Kräfte der Sheikh al-Karamah Miliz. Dabei wurde ein Mitglied der Karamah Kräfte tödlich verletzt (SMART News, 15. April 2019). Nach Medienberichten entführten weitere Mitglieder der Mezher Familie ein Ehepaar. Die Frau wurde kurze Zeit später entlassen, während der Mann an einen unbekannten Ort gebracht wurde (SMART News, 16. April 2019). Nach weiteren Berichten wurde der Bürgermeister der Stadt Al-Qrayya, südlich von As-Suwayda, von Unbekannten entführt. Ein junger Mann wurde außerdem in der Nähe der Stadt Umm az-Zaytun im Norden der Provinz As-Suwayda entführt. Die Entführer verlangen fünfzig Millionen syrische Pfund für seine Freilassung (SMART News, 18. April 2019).

Al-Hol Flüchtlingslager

Im Flüchtlingslager Al-Hol erkrankten zahlreiche Kinder an Masern und Infektionskrankheiten. Es gibt vor Ort kein Krankenhaus, das die medizinische Grundversorgung gewährleisten könnte, dementsprechend verbreiten sich ansteckende Krankheiten in Al-Hol sehr schnell (Rudaw, April 18, 2019). Kürzlich starben sieben Kinder in Folge der katastrophalen Lebensbedingungen und der medizinischen Unterversorgung. Die Zahl der Kinder, die zwischen Januar und April 2019 starben, liegt aktuell bei 260 (The Syrian Observatory for Human Rights, 20. April 2019).

Entführungen in ʿAfrin

Vor circa sieben Monaten wurden in ʿAfrin zehn Menschen aus verschiedenen Dörfern in der Gegend um Mabata entführt. Die Angehörigen der Entführten gingen nun an die Öffentlichkeit, um Mithilfe bei der Suche nach ihren Angehörigen zu erbitten. Die Personen stammen aus verschiedenen Familien und könnten aufgrund ihres politischen Engagements von verschiedenen militärischen Gruppen entführt worden sein. Die genauen Umstände sind jedoch unklar (Rudaw, 17. April 2019, ARK News, 18. April 2019). Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte ist die Gruppierung Al-Montasir Billah besonders häufig an Entführungen und Lösegeldforderungen in der Provinz ʿAfrin beteiligt (SOHR, 20. April 2019)