Syria Media Roundup – 13. bis 19. Mai 2019

In diesem Medien Roundup sammeln wir wöchentlich lokale Nachrichten aus Syrien, welche vorwiegend in arabischen und kurdischen Medien publiziert werden. Unser Ziel ist es, diese Nachrichten einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Die Quellen stammen aus Nachrichtenkanälen, die wir als vertrauenswürdig einstufen, eine absolute Verlässlichkeit können wir nicht garantieren. Der Fokus des Inhalts sind Gebiete, in welchen vorwiegend ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten leben, wie beispielsweise ʿAfrin, Al-Qamischli und As-Suwayda.

Zwangsrekrutierung durch PYD-Kräfte

Nach mehreren Berichten von SMART News wurden zwischen dem 13. und 18. Mai 2019 in der Provinz Ar-Raqqa sechsundfünfzig junge Männer durch PYD-Kräfte gefangen genommen und zwangsrekrutiert (SMART News, 13., 16., 17., 18. Mai 2019).

Am 18. Mai 2019 bombardierten die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) Standorte der so genannten Syrischen Nationalarmee der syrischen Opposition in der Nähe der Stadt Kafr Kalbin nördlich von Aleppo. Fünf Angehörige der Syrischen Nationalarmee wurden getötet und weitere verwundet. Als Reaktion auf den Angriff beschossen türkische Truppen Standorte der SDF (SMART News).

Hunderte kurdischer Gefangener in ʿAfrin verschleppt

Hunderte kurdischer Gefangener wurden laut einem Bericht der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte aus dem Gefängnis Al-Ma’sara in der Nähe der Stadt Aʿzaz im Norden von Aleppo an einen unbekannten Ort gebracht. Die Personen waren im Laufe des letzten Jahres von bewaffneten Fraktionen in ʿAfrin gefangen genommen worden. Dem Bericht zufolge befinden sich viele der Gefangenen in einem aufgrund erlittener Folter und schlechter medizinischer Versorgung in einem extrem schlechten Gesundheitszustand. (Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, 15. Mai 2019; ARK News).

Am 13. Mai 2019 zwang die bewaffnete Fraktion Al-Amshat die Bewohner*innen des Dorfes Qarmatlaq im Subdistrikt Shiya, Binnenvertriebene aus Idlib und Hama in ihre Häuser aufzunehmen. Die Aktion verstärkte die Befürchtungen der lokalen Bevölkerung, aus ʿAfrin vertrieben zu werden und ihre Häuser an Binnenvertriebene abgeben zu müssen (ARK News, 14. Mai 2019). Rund zweihunderttausend Binnenvertriebene aus verschiedenen Gebieten Syriens wurden bislang in ʿAfrin angesiedelt (Rudaw, 16. Mai 2019). Den bewaffneten, von der Türkei unterstützen Gruppen vor Ort, werden schwere Menschenrechtsverletzungen und kriminelles Vorgehen wie die Entführung von Zivilist*innen und die willkürliche Beschlagnahmung von privaten Besitztümern vorgeworfen (ARK News, 17. Mai 2019).

Sicherheitslage in As-Suwayda

Da Entführungen, Bombenexplosionen und Schießereien andauern, bleibt die Sicherheitslage in der Provinz As-Suwayda weiterhin besorgniserregend. Laut einem Bericht vom 17. Mai 2019 entführten vier bewaffnete Männer einen Zivilisten auf der Straße zwischen den Dörfern Salim und Qanawat. Die Absichten der Entführer und das Schicksal der entführten Person sind unbekannt (SMART News). Am 18. Mai 2019 tötete eine Handgranate, die im so genannten Amir-Turm in der Nähe des Stadions explodierte, einen Zivilisten. Der Grund für den Angriff ist ebenfalls unbekannt (SMART News).