Syria Media Roundup – 3. bis 9. Juni, 2019

In diesem Medien Roundup sammeln wir wöchentlich lokale Nachrichten aus Syrien, welche vorwiegend in arabischen und kurdischen Medien publiziert werden. Unser Ziel ist es, diese Nachrichten einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Die Quellen stammen aus Nachrichtenkanälen, die wir als vertrauenswürdig einstufen, eine absolute Verlässlichkeit können wir nicht garantieren. Der Fokus des Inhalts sind Gebiete, in welchen vorwiegend ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten leben, wie beispielsweise ʿAfrin, Al-Qamischli und As-Suwayda.

Entwicklung in den Gebieten unter PYD-Kontrolle

Am 2. Juni 2019 verhafteten die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) der PYD in Ar‑Raqqa vierzehn junge Männer und zwangsrekrutierten sie (SMART News). Al-Monitor berichtet von Protesten gegen die andauernden Verhaftungswellen und Zwangsrekrutierungen junger Männer. Laut Al-Monitor richtet sich das Vorgehen der SDF gegen Angehörige aller ethnischen Gruppen und findet sowohl in Städten als auch in ländlichen Gebieten statt. In Ar-Raqqa und Deir Ez-Zor ist der Protest der arabischen Bevölkerung gegen Zwangsrekrutierungen jedoch besonders stark (Al-Monitor, 28. Mai 2019).

YPG-Truppen, die den SDF angehören, bombardierten am 9. Juni 2019 eine Stellung der türkischen Armee in der Nähe der Stadt Tall Rifʿat. Während des Angriffs wurde ein türkischer Soldat getötet und sieben weitere verletzt (Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte).

Medienberichten zufolge wurden zwei amerikanische Frauen und sechs Kinder aus IS-Familien von der PYD-Selbstverwaltung an Behörden der Vereinigten Staaten übergeben (SMART News, Rudaw, 5. Juni 2019). Als ersten Schritt einer Vereinbarung mit Stammesführern begann die Selbstverwaltung außerdem, achthundert Frauen, Kinder und ältere Personen des Flüchtlingslagers Al-Hol in der Provinz Al-Hasaka in ihre Herkunftsgebiete in Ar-Raqqa und Al-Tabqa rückzusiedeln (Rudaw, SMART News, 4. Juni 2019).

Am 7. Juni 2019 demonstrierten in ʿAin Al-Arab (Kobanî) mehrere Familien von Personen, die in den letzten Jahren vom IS entführt wurden. Die Demonstrant*innen forderten die Beamt*innen auf, sie über das Schicksal ihrer Verwandten zu informieren (Rudaw).

Feuer und Entführungen in ʿAfrin

Erneut setzten bewaffnete Fraktionen in ʿAfrin ein bewaldetes Gebiet in Brand. Diesmal war die Region um den Berg Hawar betroffen, ein Gebiet in der Nähe der Stadt Şiyê an der syrisch-türkischen Grenze (Rudaw, 4. Juni 2019, ARK News, 8. Juni 2019). Darüber hinaus entführte eine bewaffnete Fraktion am 31. Mai 2019 einen Viehhüter in Dschindiras, einem Unterbezirk von ʿAfrin. Am 11. Mai entführte eine Fraktion einen Lehrer und forderte fünfzehn Millionen syrische Pfund für seine Freilassung (ARK News, 3. Juni 2019). In der Nähe des Checkpoints einer bewaffneten Gruppe nahe der Mobata-Kreuzung auf der Rajo-Straße in ʿAfrin, töteten bewaffnete Männer zwei Zivilisten (Syriahr, ARK News, SMART News, 8. Juni 2019). Am 9. Juni 2019 berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte über die Entführung eines Zivilisten in der Stadt ʿAfrin. Die Hamza Fraktion stellte Lösegeldforderungen für die Freilassung derselben (Syriahr).

Im Mai neunzehn Zivilist*innen in As-Suwayda entführt

Auch die Sicherheitslage in As-Suwayda ist weiterhin instabil. Viele Fälle von Tötungen, Entführungen und Raubüberfällen wurden berichtet. Allein im Mai 2019 wurden laut einem Bericht von Suwayda24 neunzehn Zivilist*innen entführt, darunter vier Minderjährige. Für die meisten Entführungen mit Lösegeldforderungen werden unbekannte Banden verantwortlich gemacht. In einigen Fällen wird vermutet, dass lokale bewaffnete Fraktionen oder Familien-Clans die Entführungen zu verantworten haben (Suwayda 24).