Syria Media Roundup – 10. bis 16. Juni 2019

In diesem Medien Roundup sammeln wir wöchentlich lokale Nachrichten aus Syrien, welche vorwiegend in arabischen und kurdischen Medien publiziert werden. Unser Ziel ist es, diese Nachrichten einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Die Quellen stammen aus Nachrichtenkanälen, die wir als vertrauenswürdig einstufen, eine absolute Verlässlichkeit können wir nicht garantieren. Der Fokus des Inhalts sind Gebiete, in welchen vorwiegend ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten leben, wie beispielsweise ʿAfrin, Al-Qamischli und As-Suwayda.

Französisch-niederländische Delegation in ʿAyn ʿIsa

Am 13. Juni 2019 kam es zu einer weiteren Welle von Verhaftungen und Zwangsrekrutierungen durch Truppen der PYD in Al-Qamischli im Nordosten Syriens. Vor allem junger Männer waren von Verhaftungen betroffen. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt (ARK News, 6. Juni 2019). Am 16. Juni 2019 wurden zehn weitere junge Männer an einem Kontrollpunkt in der Nähe von Al-Kantari nördlich von Ar-Raqqa festgenommen und von SDF-Streitkräften gewaltsam rekrutiert (SMART News).

Am 10. Juni 2019 besuchte eine französisch-niederländische Delegation unter Leitung von Eric Chevallier, Direktor des französischen Krisen- und Unterstützungszentrums des Ministeriums für Europa und auswärtige Angelegenheiten, und J.W. Beaujean, Direktor für konsularische Angelegenheiten und Visapolitik des niederländischen Außenministeriums, den Hauptsitz der Selbstverwaltung in ʿAyn ʿIsa. Dort übergab die Selbstverwaltung zwölf französische und zwei niederländische Waisen, Kinder von IS-Kämpfern an die Delegation (Rudaw, SMART News). Am 13. Juni wurden sechs weitere Waisenkinder mit belgischer Staatsbürgerschaft, ebenfalls Nachkommen von IS-Kämpfern, an belgische Behörden übergeben (Rudaw, SMART News).

ʿAfrin: Listen getöteter Personen veröffentlicht

Rudaw und ARK News haben jeweils Listen mit Namen und Umständen der Todesfälle von Zivilist*innen in ʿAfrin veröffentlicht. Auf der Liste von Rudaw stehen achtzehn kurdische Zivilist*innen, die seit der türkischen Invasion im März 2018 in ʿAfrin von bewaffneten Fraktionen gefoltert und getötet wurden (Rudaw, 13. Juni 2019). ARK News dokumentiert die Ermordung von siebenundzwanzig kurdischen Zivilist*innen durch bewaffnete Fraktionen in ʿAfrin von April 2018 bis Juni 2019 (ARK News, 15. Juni 2019). Teilweise überschneiden sich die Listen.

As-Suwayda: Politischer Aktivist entführt

Laut eines am 10. Juni 2019 veröffentlichten Medienberichts wurden in As-Suwayda ein junger Mann getötet und ein Kind durch Schüsse verletzt. Die Täter wurden nicht identifiziert (SMART News). Laut einem Medienbericht wurde Muhannad Shihabaldin, ein politischer Aktivist und Gegner des syrischen Regimes, von einer Gruppe Unbekannter in As-Suwayda entführt. Shihabaldin unterhält enge Beziehungen zu lokalen Militärfraktionen und ist einer der prominentesten Gegner des Regimes in der Region, da er sich an zahlreichen Demonstrationen und Protesten beteiligt hat. SMART News-Quellen zufolge ist es wahrscheinlich, dass die Sicherheitskräfte des Regimes für seine Entführung verantwortlich sind (SMART News, 16. Juni 2019).