Syria Media Roundup – September 2 to 8, 2019

In diesem Medien Roundup sammeln wir wöchentlich lokale Nachrichten aus Syrien, welche vorwiegend in arabischen und kurdischen Medien publiziert werden. Unser Ziel ist es, diese Nachrichten einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Die Quellen stammen aus Nachrichtenkanälen, die wir als vertrauenswürdig einstufen, eine absolute Verlässlichkeit können wir nicht garantieren. Der Fokus des Inhalts sind Gebiete, in welchen vorwiegend ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten leben, wie beispielsweise ʿAfrin, Al-Qamischli und As-Suwayda.

Kurdistan 24 wird Lizenz entzogen

Am 4. September 2019 verhafteten und zwangsrekrutierten die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) zwölf junge Männer in der Nähe der Stadt Al-Tabqa in der Provinz Ar-Raqqa (SMART News). In der Nacht vom 6. auf den 7. September verhaftete der Geheimdienst der SDF den Gemeinderatsvorsitzenden des Dorfes Al-Haws in der Provinz Ar-Raqqa, der Grund für die Verhaftung sowie der Ort, an dem die Person gefangen gehalten wird, sind unbekannt (SMART News).

Die PYD-Selbstverwaltung unternahm weitere Maßnahmen zur Einschränkung der Arbeit der Medien im Nordosten Syriens. So wurde dem Nachrichtenkanal „Kurdistan 24“ die Lizenz zur öffentlichen Berichterstattung entzogen. In einer Erklärung verweist Kurdistan 24 darauf, dass der Lizenzentzug ein aussagekräftiger Indikator für das Verhalten der Selbstverwaltung gegenüber kritischer Berichterstattung sei (ARK News, 2. September 2019).

Am 5. September 2019 übergab die Selbstverwaltung drei nigerianische Kinder von IS-Kämpfern an einen Vertreter der nigerianischen Regierung in der Stadt Al-Qamischli im Nordosten Syriens (Rudaw, SMART News).

Am 2. September 2019 beschossen SDF-Einheiten in der Nähe der Städte Aʿzaz und Mareʿ in der Provinz Aleppo Kämpfer der oppositionellen Rebellenmiliz Syrische Nationalarmee. Bei dem Vorfall wurde ein Kämpfer der Syrischen Nationalarmee getötet, weitere wurden verletzt. Die türkischen Streitkräfte reagierten auf den Angriff und zielten auf Stützpunkte der SDF im Süden von Mareʿ (SMART News, 3. September 2019). Am 3. September 2019 führten Streitkräfte der Internationalen Allianz gegen den IS  gemeinsam mit SDF-Truppen eine Militärpatrouille an der syrisch-türkischen Grenze in der der Nähe von Tall Abyad durch (SMART News). Am 7. September 2019 gaben die SDF bekannt, dass im Rahmen des Abkommens zwischen USA und Türkei lokale Militärräte die Standorte der SDF in der Sicherheitszone an der Grenze übernehmen werden. Diese werden durch Kräfte der Internationalen Koalition geschult und sollen das Vakuum nach dem Abzug der SDF aus der Sicherheitszone füllen (SMART News). Im Rahmen des Abkommens führten am 8. September 2019 amerikanische und türkische Streitkräfte erstmals gemeinsam eine Patrouille in der Provinz Ar-Raqqa durch (ARK News, SMART News).

Sorge um Yezid*innen in ʿAfrin

In einem Medienbericht vom 4. September 2019 äußert sich Ali Isso, Direktor der yezidischen Organisation Ezdina, besorgt über die Situation der Yezid*innen in ʿAfrin. Ihm zufolge töten und entführen bewaffneten Fraktionen in ʿAfrin Yezid*innen und zwingen sie zu einer Konversion zum Islam. Vor dem syrischen Bürgerkrieg seien dort 60.000 Yezid*innen ansässig gewesen, nun seien aber bereits achtzig Prozent von ihnen vertrieben (Rudaw). Am 3. September 2019 verschleppten bewaffnete Fraktionen in ʿAfrin zwanzig Zivilist*innen aus dem Dorf Marata. Den Verschleppten wurde vorgeworfen, mit der Selbstverwaltung der PYD in Kontakt zu stehen. Die bewaffneten Fraktionen forderten Lösegeld für die Freilassung der Betroffenen (ARK News). Weiterhin wird der Fraktion Al-Amshat in ʿAfrins Unterbezirk Shiya vorgeworfen einen Zivilisten namens Hekmat Hanif gefoltert und anschließend aus seinem Haus vertrieben zu haben. In Hanifs Haus sei nach dem Vorfall eine geflüchtete Familie aus einem anderen Teil Syriens untergebracht worden (ARK News, 5. September 2019).