Syria Media Roundup – 23. bis 29. September 2019

In diesem Medien Roundup sammeln wir wöchentlich lokale Nachrichten aus Syrien, welche vorwiegend in arabischen und kurdischen Medien publiziert werden. Unser Ziel ist es, diese Nachrichten einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Die Quellen stammen aus Nachrichtenkanälen, die wir als vertrauenswürdig einstufen, eine absolute Verlässlichkeit können wir nicht garantieren. Der Fokus des Inhalts sind Gebiete, in welchen vorwiegend ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten leben, wie beispielsweise ʿAfrin, Al-Qamischli und As-Suwayda.

Am 24. September 2019 verhafteten und zwangsrekrutierten die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) an einem ihrer Kontrollpunkte in Al-Tabqa, westlich von Ar-Raqqa, zwanzig junge Männer (SMART News). Weitere fünfzehn junge Männer wurden am 25. September 2019 in Ar-Raqqa zwangsrekrutiert (SMART News). Ebenfalls in Ar-Raqqa verhafteten und zwangsrekrutierten die SDF am 27. September 2019 einundzwanzig junge Männer (SMART News).

Am 24. September 2019 kam es zu einem Sit-in von Protestant*innen in der Stadt Ash-Shaddadi südlich von Al-Hasaka. Aus Protest gegen die SDF blieben außerdem zahlreiche Geschäfte der Stadt geschlossen. Laut Medienberichten forderten die Demonstrant*innen eine Aufhebung des Motorradverbots in Ash-Shaddadi. Außerdem solle die größte Bäckerei der Stadt unter ziviler, nicht wie derzeit, militärischer Kontrolle stehen. Die Protestant*innen forderten weiterhin eine ausreichende Versorgung der Stadt mit Diesel (SMART News, ARK News).

In der letzten Woche kam es wieder zu zahlreichen Verlagerungen von militärischen Einheiten und Geräten der Internationalen Koalition gegen den IS. In der Nacht vom 25. auf den 26. September 2019 fuhren Duzende Lastwagen der Internationalen Koalition zu Militärstützpunkten in den Provinzen Ar-Raqqa, Al-Hasaka und Manbij (SMART News, 26. September 2019). Am 26. September 2019 fuhren vierzehn weitere Lastwagen von einer Militärbasis in der Provinz Al-Hasaka zu einer Basis in Ain ʿIsa. Nachdem der US-Präsident im vergangenen Jahr den Abzug der amerikanischen Truppen aus Syrien angekündigt hatte, gaben die Vereinigten Staaten am Dienstag bekannt, dass sie ihre Streitkräfte im Nordosten Syriens vorerst behalten werden, um den Kampf gegen den Islamischen Staat fortzusetzen (SMART News).

Am 28. September 2019 erreichte militärische Verstärkung der Internationalen Koalition den Militärrat von Tall Abyad. Der Militärrat war, neben Militärräten in anderen Orten, kürzlich durch die SDF gegründet worden. Die Militärräte sollen die Kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) entlang der Grenze zur Türkei ersetzen. Damit kommen die SDF der Forderung der Türkei nach, kurdische bewaffnete Truppen aus dem Grenzgebiet abzuziehen (SMART News).

Dutzende syrische Jurist*innen, Politiker*innen, Intellektuelle und Künstler*innen veröffentlichen am 24. September 2019 ein Schreiben in welchem sie für den Aufbau eines syrischen Bundesstaates plädieren. Die Aufteilung der Regionen solle geografische, kulturelle und wirtschaftliche Gegebenheiten berücksichtigen und von Diskriminierung absehen. Die Bedürfnisse und Rechte aller syrischen Gruppen sollen gewährleistet werden (ARK News, 29. September 2019; der gesamte Aufruf inklusive Unterschriftenliste findet sich auf Yekiti Media).

Am 24. September 2019 explodierte eine Autobombe in ʿAfrin‘s Bezirk Dschindiras. Bei der Explosion wurden fünf Menschen getötet und acht weitere verletzt (SMART News, ARK News, Rudaw). Laut einem Medienbericht vom 29. September 2019, nahmen bewaffnete Kräfte der syrischen Opposition mehrere Zivilist*innen im Unterbezirk Bulbul fest. Die Namen von fünf Inhaftierten wurden in den sozialen Medien veröffentlicht. Ihnen wird vorgeworfen vor der türkischen Invasion, den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) angehört zu haben (SMART News).