Syria Media Roundup – 7. bis 13. Oktober 2019

In diesem Medien Roundup sammeln wir wöchentlich lokale Nachrichten aus Syrien, welche vorwiegend in arabischen und kurdischen Medien publiziert werden. Unser Ziel ist es, diese Nachrichten einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Die Quellen stammen aus Nachrichtenkanälen, die wir als vertrauenswürdig einstufen, eine absolute Verlässlichkeit können wir nicht garantieren. Der Fokus des Inhalts sind Gebiete, in welchen vorwiegend ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten leben, wie beispielsweise ʿAfrin, Al-Qamischli und As-Suwayda.

Am 7. Oktober 2019 gab das Weiße Haus bekannt, dass die US-Streitkräfte eine türkische Militäroperation gegen die SDF im Nordosten Syriens nicht unterstützen würden (SMART News, ARK News). Nachdem die Türkei erneut mit einer militärischen Intervention gegen die SDF gedroht hatte, zogen sich US-Streitkräfte aus Orten an der syrisch-türkischen Grenze in den Provinzen Al-Hasaka und Ar-Raqqa zurück (SMART News). Die SDF kritisierten daraufhin, dass die US Regierung, trotz der Zustimmung der SDF zum Abkommen zwischen den USA und der Türkei über die geplante Sicherheitszone, ihrer Zusicherungen gegenüber der SDF nicht nachkam (SMART News, ARK News). Ebenfalls am 7. Oktober traf weitere Verstärkung des türkischen Militärs an der syrisch-türkischen Grenze ein. Panzer bewegten sich vom Grenzübergang Jarablus in den Südosten der Provinz Aleppo (SMART News, ARK News). Die Syrische Nationalarmee der oppositionellen Übergangsregierung sicherte der türkischen Regierung militärische Unterstützung zu (ARK News).

Die SDF verkündeten am 8. Oktober 2019 eine Zusammenarbeit mit dem syrischen Regime, sollte es zur militärischen Invasion durch die Türkei kommen (SMART News, Rudaw, ARK News). Am selben Tag überquerten rund eintausend dreihundert Kämpfer bewaffneter Fraktionen der syrischen Nationalarmee die Grenze zur Türkei und bewegten sich in Richtung der syrischen Grenzstadt Tall Abyad (SMART News). Am 9. Oktober startete das türkische Militär die militärische Offensive gegen die SDF im Nordosten Syriens (SMART News). Die russische Regierung setzte sich folglich für eine Zusammenarbeit von PYD und syrischem Regime ein, auf welche sich die beiden Akteure am 13. Oktober einigten (SMART News, Rudaw; ARK News).

Die militärische Intervention erzeugte eine massive Fluchtbewegung von Zivilist*innen aus dem Grenzgebiet. Duzende Familien flohen am 8. Oktober 2019 aus Tall Abyad und der Umgebung in Richtung ʿAin ʿIsa (SMART News). Hunderte weiterer Familien flohen aus Al-Qamischli, Ad-Darbasiya, Raʾs Al-ʿAin (Serê Kaniyê) in Richtung Al-Hasaka (SMART News, Rudaw). Medienberichten zufolge wurde die Mehrzahl der Bewohner Raʾs Al-ʿAin‘s (Serê Kaniyê) und Tall Abyad‘s vertrieben (SMART News, 10. Oktober, Rudaw, 12. Oktober 2019).

Die PYD setzte unterdessen ihre Kampagnen der Zwangsrekrutierung fort. Am 9. Oktober 2019 nahm die SDF etwa fünfzig junge Männer in Sluk im Norden von Ar-Raqqa fest (SMART News). Am 12. Oktober 2019 wurden Dutzende junger Männer in der Provinz Ar-Raqqa zwangsrekrutiert (SMART News).

In ʿAfrin forderte die bewaffnete Fraktion Al-Amshat im Dorf Qarmatliq in ʿAfrin’s Unterbezirk Shiya von jeder Familie mit einem Angehörigen im Ausland eine Geldsumme von eintausend US Dollars. Die Fraktion drohte den Familien mit der Fällung ihrer Olivenbäume oder der Forderung nach weiteren Zahlungen (ARK News, 8. Oktober 2019).