Syria Media Roundup – 14. bis 20. Oktober 2019

In diesem Medien Roundup sammeln wir wöchentlich lokale Nachrichten aus Syrien, welche vorwiegend in arabischen und kurdischen Medien publiziert werden. Unser Ziel ist es, diese Nachrichten einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Die Quellen stammen aus Nachrichtenkanälen, die wir als vertrauenswürdig einstufen, eine absolute Verlässlichkeit können wir nicht garantieren. Der Fokus des Inhalts sind Gebiete, in welchen vorwiegend ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten leben, wie beispielsweise ʿAfrin, Al-Qamischli und As-Suwayda.

Die türkische Militäroperation gegen die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) beherrschte letzte Woche die Schlagzeilen. Die Syrische Nationalarmee der syrischen Opposition gab bekannt, dass sie einige Dörfer um Raʾs Al‑ʿAin (Serê Kaniyê) in der Provinz Al-Hasaka sowie Dörfer um Tall Abyad in der Provinz Ar-Raqqa erobert habe. Außerdem seien zwei Dörfer in Manbijdsch unter ihrer Kontrolle (SMART News). Am 17. Oktober 2019 entsandten die türkische Armee und die Syrische Nationalarmee weitere Kämpfer in den westlichen Teil der Stadt Tall Abyad um dort weiter gegen die SDF voranzurücken (SMART News).

Im Rahmen des Abkommens zwischen dem syrischen Regime und der PYD stationierte das syrische Regime militärische Einheiten in Gebieten entlang der syrisch-türkischen Grenze. Am 14. Oktober 2019 schickte die syrische Armee rund einhundertfünfzig Soldaten nach Manbij um dort gegen die türkische Armee zu kämpfen (SMART News). Am 15. Oktober 2019 trafen in der Stadt Tall Tamr in der Provinz Al-Hasaka etwa fünfhundert Soldaten der syrischen Armee ein (SMART News, Rudaw).

Währenddessen zogen sich die US-Streitkräfte weiter von ihren Stützpunkten in Nordsyrien zurück. Am 15. Oktober 2019 verließen sie Manbidsch und ʿAin Al-ʿArab (Kobanî) (SMART News, Rudaw). Bereits am darauffolgenden 16. Oktober 2019 traf in ʿAin Al-ʿArab (Kobanî) ein Militärkonvoi des syrischen Regimes ein (SMART News). Am 17. Oktober 2019 kündigte die Internationale Koalition gegen den IS ihren Rückzug aus Ar-Raqqa und Al-Tabqa an (SMART News).

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu verkündete am 17. Oktober, dass Russland zugesichert hätte, die YPG von der syrisch-türkischen Grenze fernzuhalten. Çavuşoğlu fügte hinzu, dass es eine Einigung zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten über die türkische Kontrolle der sogenannten Sicherheitszone gebe. Er verkündete weiterhin, dass der türkische Angriff ausgesetzt werden solle, jedoch schwere Waffen der SDF aus dem Gebiet abgezogen werden müssen. Der US-Vizepräsident Mike Pence gab ebenfalls bekannt, dass die türkische und amerikanische Regierung einen Waffenstillstand für einhundert zwanzig Stunden vereinbart hätten. Während dieser Zeit sollten sich die Truppen der SDF zweiunddreißig Kilometer von der syrisch-türkischen Grenze zurückziehen (SMART News). Die SDF bekundete ihre Zustimmung zu dem Abkommen (Rudaw, 17. Oktober 2019)und zogen sich daraufhin von ihren Positionen zwischen Raʾs Al-ʿAin (Serê Kaniyê), Tall Abyad und ʿAin ʿIsa zurück (SMART News, 18. Oktober) 2019). Am 20. Oktober 2019 gaben die SDF ihren vollständigen Rückzug aus der Stadt Raʾs al ‑ ʿAyn (Serê Kaniyê) bekannt (SMART News, ARK News, Rudaw).

Am 16. Oktober 2019 gab die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bekannt, dass durch den türkischen Angriff einundsiebzig Zivilist*innen getötet und dreihundert tausend Menschen vertrieben worden waren (Rudaw, Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte).